1. Mai 2010
Seit langer Zeit surfe ich zufrieden mit dem Mozilla Firefox durchs Web. Ein aktueller Artikel über Google Chrome in der c’t (“Wo Chrome glänzt“) hat mich jedoch dazu veranlasst diesen Browser mal zu testen. Vielleicht ist die Zeit reif für einen Umstieg? Ich habe die letzten paar Tage einen Ausflug gewagt.
Die Performance von Chrome ist gut, hängt aber natürlich auch stark von der Netzanbindung ab. Was mir sehr gefällt ist die Darstellung der Tabs. Sie sind schön animiert und reagieren sehr schnell, was zu einer erfüllten User Experience beiträgt.
Mit der Adressleiste kam ich ebenfalls gut zurecht. Man hat das Gefühl, dass einen der Browser immer dorthin führt, wo man möchte, sei es ein Link aus der Bookmarksammlung, aus der History oder direkte Google-Ergebnisse. Außerdem kann man Kürzel einstellen, die automatisch gezielt Webseiten durchsuchen. Beispielsweise kann Chrome so konfiguriert werden dass die Eingabe “wiki Internet” sofort die Wikipedia nach dem Begriff “Internet” durchstöbert. Finde ich unter anderem mit dem Übersetzer LEO oder mit Amazon praktisch.
Beeindruckt hat mich weiters die Installation von Erweiterungen, weil sie mit wenigen Klicks und ohne Neustart erfolgt. Auch die Stabilität ist gut, da jeder Tab und jede Erweiterung in einem eigenen Prozess läuft. Der Speicherverbrauch entspricht ungefähr dem von Firefox, wobei er sich eben auf mehrere Prozesse aufteilt.
Meine Bookmarks habe ich übrigens mit Xmarks synchronisiert. Dieses Addon funktioniert auch im Chrome sehr gut.
Obwohl Google mit seinem Browser eine gute Figur macht, werde ich vorerst bei jenem von Mozilla bleiben. Der Hauptgrund ist, dass die Mac-Version von Chrome noch nicht ausgereift ist. Das merkt man zum Beispiel an optischen Fehlern bzw. Unschönheiten im User Interface.
Bei den Content-Einstellungen (unter Details > Datenschutz) gibt es einen “Ausnahmen…”-Button, wo die Beschriftung falsch platziert ist. Außerdem finde ich die Darstellung der Lesezeichen in der Lesezeichenleiste nicht gut. Der Zeilenabstand ist mir zu hoch und das Durchklicken durch “Andere Lesezeichen” auf der rechten Seite gefällt mir nicht.
Was mir bei der Mac-Version auch fehlt ist die Unterstützung der 3-Finger-Geste zum Scrollen. Schiebe ich auf meinem MacBook 3 Finger nach oben oder unten, scrollt mir Firefox an den Beginn oder ans Ende der Website.
Chrome ist ein guter Browser, der in der Mac-Version jedoch noch etwas Entwicklung benötigt. Ich werde vorerst dem Firefox treu bleiben und den weiteren Verlauf von Chrome verfolgen.
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